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| Color Management: Farbe ist gleich Farbe, oder? |
Color Management bietet schon heute die Möglichkeit zur authentischen FarbwiedergabeIn der gesamten Medienwelt hat die Farbe Einzug gehalten: Zeitschriften und Zeitungen, das Fernsehen, der Computer, das Display vom Mobiltelefon und das Internet. Nun, da alle diese Medien auf Farbe setzen, stehen Grafiker und Drucker vor einem entscheidenden Problem: Wie können Farben gleich bleibend und einheitlich vom Original über die Bildschirmansicht oder den Proof bis zum Druck dargestellt werden? Diese Herausforderung stellt sich besonders dann, wenn sich ein Kunde für einen ganz bestimmten Farbton entschieden hat – zum Beispiel als unverwechselbares Erkennungsmerkmal im Corporate Design (CD), dem Unternehmensauftritt in der Öffentlichkeit. Gronenberg weiß um die Problematik und veranstaltet seit geraumer Zeit Seminare zu diesem Thema. Michael Knaup, Vorstufen-Profi bei Gronenberg, verstand es in diesen Veranstaltungen überzeugend die Thematik und ihre Hintergründe anschaulich zu vermitteln. Dabei definierte er Color Management als »eine bestmögliche Übersetzung von Farbinformationen in entsprechende Farbräume «. Er machte deutlich, dass Color Management die Bildvorlagen nicht besser machen könne – dazu gebe es Werkzeuge in der Bildverarbeitung. Color Management bietet die derzeit optimalen technischen Umsetzung von Farbe in einem standardisierten Umfeld: »Denn Farbe wird durch eine Unzahl an Komponenten beeinflusst. « FarbcharakteristikenIn der Realität ist die Übergabe von Bild- und Farbdaten gewissermaßen »zum Verlust verdammt « Es ist physikalisch auch gar nicht anders möglich. Auf dem Weg vom Original über den Scanner oder die Digitalkamera bis zum Proof oder Druck verliert jedes Bild aufgrund der unterschiedlichen Ausgabeverfahren an Farbinformationen. Für die optimale Farbwiedergabe im digitalen Workflow ist deshalb ein professionelles Color Management unerlässlich. Jedes Gerät besitzt seine spezifische Farbcharakteristik. Schließlich arbeiten die am Prozess beteiligten Einheiten nach verschiedenen physikalischen Verfahren – vom CCD-Chip der Digitalkamera oder Scanners und die verschiedenen Monitortypen (CRT / LCD / TFT) durchlaufen die Farben unterschiedliche "Filter", bis sie im Offsetdruck auf das Papier gebracht werden.
FarbräumeJedes Gerät verfügt über einen für sich typischen Farbraum, dessen darstellbare Farben im Vergleich zum jeweils anderen differieren. So unterscheiden sich die Farbumfänge von Digitalkamera, Scanner und Monitoren (mit den Grundfarben Rot, Grün, Blau) sowie Druckern (mit den Grundfarben Cyan, Magenta, Yellow, Black). Dadurch kann die Bildschirmdarstellung (und diese wird es ohne Color Management) erheblich gegenüber den Druckergebnissen abweichen. Dazu kommt, dass Ein- und Ausgabegeräte konstruktionsbedingt individuelle Charakteristika aufweisen. So erfasst jeder Scanner Farbe anders, jeder Monitor und jeder Drucker stellt Farbe anders dar. Man kann also durchaus von individuellen Geräten sprechen. Die Abbildungen verschiedener Farbräume zeigen, wie unterschiedlich diese Eigenschaften sind und wie wenig sie dabei doch den druckbaren Bereich gleichen. Die Druckerei kann nur in einem definierten CMYK-Farbraum drucken. Wie also ist es möglich, einen (meist größeren) RGB-Farbraum so in einen CMYK-Farbraum zu konvertieren, dass möglichst wenig Farbinformationen verloren gehen? Diese Umrechnungen, in Fachkreisen "Gamut Mapping" genannt, wandeln mit Hilfe von verschiedenen Rendering-Intents die Farbräume um. Doch auch dabei ist Vorsicht geboten, denn nicht jedes dieser Verfahren ist wirklich geeignet, um einen gewünschten Erfolg zu erzielen.
Farbe kommunizierenMit Color Management sollen alle am Prozess beteiligten Geräte so aufeinander abgestimmt werden, dass eine vorhersagbare und konstante Farbwiedergabe erreicht wird. Gleichzeitig soll die entsprechende Farbraumtransformation (das Umrechnen beispielsweise von RGB in CMYK) nachvollziehbar werden. Das bedeutet, dass alle Bilddaten über ein ICC-Profil verfügen müssen. Dies sollten bereits der Digital-Fotograf und die Agentur berücksichtigen, damit der Druckvorstufenbetrieb, beziehungsweise die Druckerei weiß, mit welchen Daten sie es zu tun hat. So kann der richtige Umgang mit Farbe Zeit, Kosten und Ärger ersparen. Durch die Optimierung des Arbeitsablaufs ist eine deutliche bessere Abstimmung mit allen am Produktionsprozess beteiligten Parteien möglich. Neben den gerätetechnischen Voraussetzungen spielt also die richtige »Kommunikation« der Farbe eine bedeutende Rolle im Color Management. Um zu gewährleisten, dass alle beteiligten Partner von der gleichen Farbe sprechen, gibt es beispielsweise für Druckprozesse verbindliche ISO-Standards, an die sich alle halten sollten. Der Weg zum Color ManagementEin erfolgreiches Color Management-Workflow, und damit eine verlässliche Weitergabe von Farbinformationen, erstreckt sich über alle Stadien der Verarbeitung vom Entwurf bis zum Druck. Ohne eine durchgängige Profilierung aller einzelnen Bereiche und ihre Abstimmung untereinander kann eine Farbverbindlichkeit im Arbeitsprozess nicht gewährleistet werden. Dabei ist zu beachten, dass jede Kombination von beteiligten Geräten sowie die verschiedenen Ausgabe-Möglichkeiten individuell kalibriert werden müssen, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Unser Fachmann Michael Knaup brachte es beim Gronenberg Color Management Seminar auf den Punkt: »Erfolgreiches Color Management ist eine Prozesskette von Abläufen und erfordert Disziplin.« Profilierung ist das A und ODer Praktiker steht nun vor der Aufgabe, seine eigene Hardware liniarisieren und profilieren zu müssen. "Standard" Geräte ICC-Profile gehören zwar heute schon zum Lieferumfang vieler Scanner und Drucker, aber bezogen auf das einzelne Gerät gibt es immer, zum Teil starke Abweichungen vom typischen Profil. Deshalb wird bei der Implementierung eines Color Management- Workflows jedes der an der Prozesskette beteiligten Geräte – von der Eingabe bis zur Ausgabe, von Scannern und Digitalkameras über Monitore bis zu den verschiedenen Druckern – in ihrer Farbcharakteristik vermessen und durch ein so genanntes ICC Farbprofil eindeutig beschrieben. Schließlich steht und fällt die Realisierung eines durchgängigen Color Management- Workflows mit der Kalibrierung und Profilierung. Hier kommen Softwareapplikationen zum Zug, mit denen individuelle Profile erstellt oder vorhandene Profile editiert werden können. Dies geschieht über den geräteunabhängigen Farbraum CIE-Lab, der von den visuellen Eigenschaften des menschlichen Auges abgeleitet wurde. Zur Erstellung von Farbprofilen stehen Messgeräte und Software zur Verfügung. Für die Profilierung der Digitalisierungs- (Eingabe) und Druckmaschinen (Ausgabe) werden Aufsichts- und Durchsichts-Vorlagen, sogenannte Targets sowie zur Auswertung Spektralfotometer eingesetzt. Die Kalibrierung / Profilierung von Bildschirmen wird mittels Monitorfarbmessgeräten, wie z.B. einen Colorimeter, vorgenommen. Die Einstellungen hierfür erfolgen über spezielle Software direkt am Monitor. Bei Scannern wird die »Farbwahrnehmung« über IT8-Charts vorgenommen, welche eingescannt und mit Referenzwerten verglichen werden. Beurteilungsfalle MonitorIn jedem digitalen Farb-Workflow ist der Monitor oft das am kritischsten zu betrachtenste Werkzeug. Denn das Versprechen »What you see is what you get« stimmt nur formal. Wer sich wirklich auf das verlassen will, was am Monitor angezeigt wird, sollte den Monitor in eine neutrale Umgebung (am besten ohne Einfluss von Tageslicht oder störenden Lichtquellen) platzieren. Daher sollte der Monitor so aufgestellt sein, dass er möglichst wenigen Fremdeinflüssen ausgesetzt ist. Damit der Bildschirm verspricht, was die Farbe auf dem Papier zeigt, muss der Bildschirm in jedem Fall linearisiert werden. Dazu werden Helligkeit, Kontrast und Gamma des Bildschirms angepasst. Darüber hinaus beschreibt die anschließende Profilierung die Farbeigenschaften des Bildschirms seinen eigenen spezifischen Farbraum. Um die Farben einer Darstellung auf dem Monitor richtig beurteilen zu können, ist dieser durch Kalibrierung und Profilierung so einzustellen, dass er das Bild wiedergibt, wie es bei Tageslicht auf Papier aussehen würde. Die Umgebungsbeleuchtung sollte auf die Farbtemperatur des Tageslichts von 5.000 Kelvin eingestellt werden. Dann kann man bei der Bewertung der Druckergebnisse sicher sein. Color Management ist mehr als FarbkonsistenzAußer der Sicherheit bei der Farbreproduktion bietet ein Color Management-System Vorteile hinsichtlich der Effizienz bei den Druckprozessen. Damit einhergehend ermöglicht Color Management eine verbesserte Wirtschaftlichkeit. Unternehmen haben damit folgende Vorteile:
Somit können Sie sich ganz auf die Inhalte konzentrieren. Durch Color Management- Systeme wird vom Digitalisieren bis zum Druck eine farbgenaue Anzeige- und Druckwiedergabe ermöglicht.
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