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Das richtige Papier für den richtigen Zweck

Bedruckstoffe für alle Kommunikationsmaßnahmen

Kein anderer Werk- oder Rohstoff ist so sortenreich wie Papier. Selbst die Auswahl an Schrauben in einem Baumarkt ist lächerlich gering gegenüber der Vielzahl an Papiersorten, Grammaturen, Bogen- und Rollengrößen. Die Zahl der Papier- Varianten wird dabei durch Schöpfung, Guss oder Prägung spezifisch angefertigter Sorten ständig erhöht. Papier unterstützt damit die werbestarke Wirkung, die von Drucksachen, Verpackungen und anderen druckveredelten Papieren ausgeht. Druckobjekte verschiedenster Art übermitteln unterschiedliche Botschaften und machen den Werkstoff Papier zu einem Kommunikationsmedium, das seinesgleichen sucht.

Zwar hat sich die Sensibilität des Verbrauchers gegenüber Papier verändert: Nicht in jedem Fall ist die Beziehung zu Papier unkritisch. Wie ist also heute mit Bedruckstoffen umzugehen, die einerseits den Umweltgedanken tragen sollen, andererseits aber auch die hohen Anforderungen an die Druckqualität befriedigen müssen?

Wer die Wahl hat ...

»Wer die Wahl hat, hat die Qual« sagt das Sprichwort. Doch es hat nicht immer recht. Weil die Wahl aus einem vielfältigen Angebot auch von Vorteil sein kann für den, der Drucksachen konzipiert und produziert. Immer dann, wenn es gilt, ein Werk originalgetreu zu reproduzieren, steht der Produktioner vor der Frage, welche Papiersorte die beste Wiedergabe ermöglicht, welche Qualität aus Kostengründen eingesetzt werden kann und inwieweit dafür besondere Papiere zur Verfügung stehen. Den unterschiedlichen Anforderungen entsprechend steht eine schier unendliche Vielfalt an Papieren zur Verfügung. Bei dieser Sortenvielfalt wurde von den Herstellern nicht nur Rücksicht auf die Eignung für verschiedene Druckverfahren genommen, sondern ebenso auch auf die Verwendungsmöglichkeiten und die speziellen Einsätze geachtet.

Das richtige Papier für den richtigen ZweckViele Papierhersteller oder -händler präsentieren ihre unterschiedlichen Papiersorten mit Druckmustervergleichen: Ein und dasselbe Motiv wird auf den unterschiedlichen Papiersorten und -qualitäten gedruckt – eine enorme Hilfe bei der Papierauswahl. Hier lässt sich sehr schnell feststellen, welche Wirkung das Papier auf Farblichkeit und Reproduktion hat.

Das richtige Papier für den richtigen Zweck

Mit Argusaugen achten Designer, Produktioner, Fachleute aus der Druckvorstufe und der Druckerei darauf, dass das Druckergebnis ebenso brillant wird, wie der Entwurf im Atelier. Aber immer wieder gibt es Enttäuschungen.

Das Bild hat seine Brillanz verloren, die Schrift ihren Ausdruck und die Farben sind verändert. Schuld daran sind dann weder Maschinen noch Material, sondern die Menschen, die Papieroder Kartonqualitäten verwendet haben, die für den gewünschten Zweck völlig ungeeignet sind. Reproduktionen auf farbigen Papieren oder Naturpapieren erscheinen eben nicht so brillant wie auf einem glatten, gestrichenen und hochweißen Material.

Und doch ist es möglich, exzellente Drucksachen auf edlen Naturpapieren herzustellen, wenn der Vorstufenprozess von Anfang an für den Druck auf solche Papiere abgestimmt wird. Gerade bei den verfeinerten Drucktechniken ist die Wahl des richtigen Bedruckstoffes heute wichtiger als es manch ein Auftraggeber einsehen möchte. Doch dies heißt nicht, dass man immer und immer wieder auf das gleiche glatte und weiße Papier drucken muss.

Kunden wünschen, aus rationalen oder psychologischen Gründen, »Umweltschutzpapier«, welches rein optisch in der Vorstellung von Laien an Packpapier einfachster Art erinnern soll. Keine gute Basis für glänzende Druckergebnisse. Wirklich nicht? Der Blick in die Geschichte der grafischen Kunst beweist Gegenteiliges. Seit Beginn des Buchdrucks und der industriellen Produktion von Drucksachen standen eigentlich keine anderen Materialien zur Verfügung: Über Jahrhunderte waren matte, rauhe, strukturierte Papiere das völlig Normale, weil es technisch das einzig Herstellbare war. Typografie und Schrift haben sich genau auf diesen Bedruckstoffen entwickelt und sind zusammen mit Schwarzweiß- Illustrationen zur Blüte gelangt. Die »knackig scharfen« Schriften gibt es praktisch erst seit gut zwei Jahrzehnten: Ermöglicht durch Fotosatz, Offsetdruck und durch gestrichene oder hoch-veredelte Papiere.

In Deutschland gibt es pauschal gesehen nur ein halbes Dutzend Vollsortimenter unter den Papierhändlern. Dazu gehören Vertriebskooperationen, die aus mehreren selbstständigen oder teilunabhängigen Unternehmen bestehen und über verschiedene Filialen und Lager verfügen. Daneben bieten eigenständige Großhändler die flächendeckende Versorgung mit ihrem Gesamtsortiment, so dass die Papierversorgung praktisch im 24- Stunden-Takt gewährleistet ist. Für Sie gut zu wissen, dass Gronenberg mit solchen Händlern zusammenarbeitet.

Papier und Design aufeinander abstimmen

Kein Grund also in Panik auszubrechen, wenn ein Material gewünscht ist, das nicht weiß und hochglänzend ist. Im Gegenteil: Es ist doch alles an Bord, was zur Lösung unterschiedlichster Forderungen an die Gestaltung und Bedruckbarkeit gebraucht wird.

  • Typografische Schriften in absolut exzellenter Qualität, die ursprünglich für diese »rustikalen« Papiere geschaffen wurden und die zum Teil erst auf ihnen ihre volle Wirkung entfalten. Das »Erbe der schwarzen Kunst« wird zum professionellen Werkzeug und exquisiten Gestaltungsmittel.
  • Edle und weiße chlorfreie Papiere, die einerseits umweltbewusst produziert sind, andererseits allen Qualitätsanforderungen auch bisheriger Papierqualitäten in Alterungsbeständigkeit, Verarbeitbarkeit und Bedruckbarkeit entsprechen.
  • Getönte und farbige Papiere, die durch den Wandel in Mode und Design eine neue Blüte erleben. Diese Papiere, ob getönt oder strukturiert, lassen sich hervorragend einsetzen, den modischen Geschmack des Verbrauchers zu treffen. Denn macht es wirklich Sinn, leicht braunes oder gelbliches Papier vorzutäuschen, indem weißes Papier mit entsprechenden Rasterwerten bedruckt wird?
  • Reproduktionen, die sich durch Veränderungen der Druckkennlinie oder Veränderung der Gradation genau auf das zu verwendende Papier einstellen lassen. Und die Praxis zeigt tagtäglich, dass es eine Reihe von hervorragenden Reproduktionen auf vermeintlich minderwertigem Papier gibt.
  • Transparente Papiere, die aufgrund permanenter Weiterentwicklung bei der Herstellung in Papierfabriken und Druck hervorragende Effekte erzielen.
  • Papiere in den unterschiedlichsten Grammgewichten bis hinunter zu 35 oder 50 g/m2, die sich Dank der immer weiter verbesserten Drucktechnik bedrucken und auch noch verarbeiten lassen.
  • Druckverfahren, die nicht mehr nur auf einige wenige Materialien fixiert sind, sondern exzellente Ergebnisse auf den unterschiedlichsten Bedruckstoffen liefern.
  • Und schließlich der Einsatz spezieller Farben und Veredlungstechniken, die der Drucksache eine besondere Note verleihen. Selbst Duftnoten sind druckbar.

Die Zeiten ändern sich – Papier auch

Papiersorten kommen aus der Mode, andere sind plötzlich gefragt. Der Papierhandel schöpft mittlerweile einen guten Teil seines Ertrages aus einer geschickten Einkaufs- und Sortenpolitik. Insofern ist die Welt bei der Papierherstellung und im Papierhandel heute eine völlig andere als gestern. Und morgen wird sich wieder etwas verändert haben. Die Innovationen jedoch, darüber sind sich alle Beobachter und Experten einig, finden eher im stillen und meistens unspektakulär statt. Sie laufen unter dem Stichwort »Sortimentspolitik« und »ständige Verbesserung «. Die Sorte X wird in minimal ein, zwei Jahren in Stoffzusammensetzung und Eigenschaften von der heutigen, gleichnamigen abweichen. Was heute bei Papierfabrik X oder Händler Y zu haben (oder nicht zu haben ist) kann morgen lagermäßig vorhanden oder nur noch Sonderanfertigung sein. Die Preise, das wissen die Einkäufer, sind ohnehin tages-, wenn nicht sogar stundenaktuell zu erfragen. Angebot und Nachfrage haben beim Papier auf verschiedenen Ebenen noch sehr fundamentale Funktionen.

Kreativste Aufgabe der Welt

Es gibt noch weit mehr Beispiele, die die Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten zeigen. Die aber auch deutlich machen, dass die Anforderungen an Designer und Produktioner nicht geringer werden. Dazu muss gelernt werden, das richtige Material für die richtigen Anwendungen einzusetzen und mit den richtigen Mitteln unter Einsatz der richtigen Techniken zu bedrucken.

Im übrigen ist und bleibt das Experimentieren mit Papier und anderen Bedruckstoffen eine der kreativsten Aufgaben überhaupt, die von keinem Computer dieser Welt übernommen werden können.

Aber eines sollte man in jedem Fall bedenken: Es sind die Spezialisten in der Druckerei oder der Weiterverarbeitung, die wissen, wann sich welche Bedruckstoffe am besten einsetzen lassen. Und sie wissen auch, wie sich das Papier verarbeiten lässt, ob es längere Trockenzeiten benötigt, ob es problematischer zu verarbeiten ist und ob sich der manchmal nicht unerhebliche Aufwand lohnt, eine Drucksache effizient und auf ihren Bestimmungszweck ausgerichtet, zu produzieren.

Und: Fragen kostet ja nichts.

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