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Enfocus PowerSwitch im Test bei Gronenberg

Innovative Druckvorstufentechnik ist für viele Betriebe ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Sie muss jedoch flexibel sein, um sich den wechselnden Anforderungen des Marktes anpassen zu können. Ein studentisches Projekt unter der Leitung von Stefan Lahme und Arne Engels von der Bergischen Universität Wuppertal hat nun ein Vorstufensystem genauer unter die Lupe genommen – und unter Praxisbedingungen beim Druck- und Mediendienstleister Gronenberg in Wiehl getestet.

PowerSwitch im Test bei gronenbergDie beiden Studenten der Druck- und Medientechnologie mit dem Schwerpunkt digitale Druckvorstufentechnik beschäftigten sich im Rahmen einer Studienarbeit mit der praktischen Umsetzung eines modularen Workflowsystems bei Gronenberg. Der mittelständische Mediendienstleister aus dem Oberbergischen hatte das für den Test nötige breite Portfolio an Druck- und Vorstufendienstleistungen und verfügt über einen angeschlossenen Verlag.

Testeten die Möglichkeiten von PowerSwitch: (v.l.n.r.) Stefan Lahme, Ernst-Herbert Ullenboom, Arne Engels

Stärken aller Anwendungen kombinieren

Die Ausgangsfrage der Untersuchung: „Wie lassen sich die vielfältigen Aufgaben einer modernen Druckvorstufe möglichst flexibel und kostengünstig realisieren – gibt es Alternativen und Ergänzungen zu klassischen Workflowsystemen? Hier rückten so genannte „modulare Vorstufensysteme“ in den Fokus des Interesses. Lahme: „Die Software PowerSwitch von Enfocus ist ein solches System. Es ermöglicht die Vernetzung und Steuerung verschiedener Softwaremodule auf Basis einer grafischen Oberfläche. Bei diesen Modulen handelt es sich um branchenüb - liche Vorstufenanwendungen wie etwa Adobe Acrobat oder Enfocus PitStop-Server, die bereits vielfach in Betrieben eingesetzt werden.“

Der Vorteil von PowerSwitch: Die Stärken einzelner Anwendungen können gezielt genutzt und kombiniert werden. Zusätzlich bot das System umfangreiche Funktionen für Empfang, Weiterleitung und Sortierung von Daten. Dabei bleiben die Anforderungen an die Hardware begrenzt: Für den Betrieb wird lediglich eine herkömmliche MacOS- oder Windows-Arbeitsstation benötigt. Indes beschränkt sich die Software nicht auf das Verarbeiten von Daten, sondern bietet zudem die Möglichkeit, den Auftrag beschreibende Informationen – so genannte Metadaten – auszulesen und modulübergreifend zur Datenverarbeitung zur Verfügung zu stellen.

Eignungstest bestanden

PowerSwitch im Test bei gronenbergUm die Tauglichkeit von Enfocus Power - Switch in der Praxis erproben zu können, wurden gemeinsam mit Gronenberg verschiedene Aufgabenstellungen mit Hilfe von PowerSwitch realisiert. Die Herausforderung lag dabei im Weg von der Aufgabenstellung zur praxistauglichen Lösung. Das erste Projekt war die Entwicklung eines „Online-Preflight“-Dienstes. Das Ziel dabei: Kunden von Gronenberg die Möglichkeit zu geben, ihre Daten selbstständig auf Ausgabetauglichkeit zu prüfen. Dabei war es dem Druckunternehmen wichtig, dass für den eigentlichen Prüfvorgang die bereits vorhandene Preflight-Technologie mit den zugehörigen Prüfprofilen genutzt wurde.

Diese Aufgabe verdeutlichte die einfache Anbindung der Software an andere Systeme – beispielsweise Webserver: Über ein separates Online- Portal konnten registrierte Kunden Druckdaten auf den Server von Gronenberg übertragen. Dieser Server wird von PowerSwitch in bestimmten Zeitabständen auf eingehende Jobs überwacht. Anschließend werden die Daten vom Server abgerufen und mit dem Modul PitStop Server auf Ausgabetauglichkeit geprüft. Die E-Mail-Adresse des Kunden wird von PowerSwitch übernommen und zum Versand des Prüfberichts genutzt. Dieser erfolgt wenige Sekunden nach der Prüfung an die zugeordnete Adresse. Der Mehrwert für Gronenberg wurde schnell klar: Routineprüfvorgänge können nun vom Kunden selbstständig durchgeführt werden. Erst bei konkreten Problemstellungen werden Mitarbeiterkapazitäten beansprucht.

Weniger Zeitaufwand bei Visitenkarten

PowerSwitch im Test bei gronenbergDas zweite Projekt, die automatische Erstellung von Visitenkarten-Sammelformen, war Gronenberg besonders wichtig, da hier regelmäßig große Mengen an Visitenkarten produziert werden. Das zeitaufwändige manuelle Erstellen der Sammelformen konnte mit Hilfe von PowerSwitch vollständig automatisiert werden. Hierbei mussten zahlreiche Details, wie beispielsweise die unterschiedlichen Formate und Auflagenhöhen der einzelnen Aufträge berücksichtigt werden. Das Studententeam entschied sich bei der Auswahl des Ausschießmoduls für „Quite Hot Imposing“, da es besonders vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten besitzt.

Die für den Ausschießvorgang benötigten Einstellungen werden von Power Switch automatisch anhand der Auftragsinformationen ausgewählt. Solche Einstellungen sind beispielsweise Visitenkartenformat und -ausrichtung sowie die Platzierung der Schnittmarken. Zudem richtet sich die Anzahl der Nutzen nach der Auflagenhöhe, so dass immer eine fixe Bogenanzahl gedruckt werden kann. Am Ende der Verarbeitungskette steht eine druckfertig ausgeschossene Sammelform im PDF-Format.

Die Realisierung der Aufgabe zeigte deutlich, dass mit PowerSwitch neben der Verarbeitung von Druckdaten auch die Nutzung von den Auftrag beschreibenden Informationen sinnvoll ist. Diese Informationen konnten hierbei entweder direkt aus den Druckdaten oder aus einem beiliegenden Jobticket ausgelesen und für die digitale Seitenmontage genutzt werden. Ein solches Auswählen und Steuern von Daten anhand verschiedener Kriterien ist ein besonders wichtiges Merkmal der Software.

Das Fazit des Tests: Das Projekt hat gezeigt, dass es mit Enfocus PowerSwitch möglich ist, leistungsfähige und flexible Vorstufenworkflows aufzubauen. Herausfordernd war dabei allerdings der Weg von der Aufgabenstellung zur praxistauglichen Lösung, da sowohl Zeit, Eigeninitiative als auch Wissen im Umgang mit der Software vorausgesetzt wird. „Unterm Strich“ aber konnte PowerSwitch begeistern, da es dem Benutzer durch seine modulare Architektur erlaubt, vielfältigste Aufgaben umzusetzen und unter einem Dach zu verwalten.

Entnommen der "zukunft medien"
Magazin für die Druck- und Medienwirtschaft
Herausgeber: Verband Druck + Medien NRW e.V.
Nr. 1 / 1. Quartal 2009

 

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